• Joseph Keresztury
  • Known name forms: Eleutherius Pannonius Joseph Keresztury Josephus Keresthury Joseph Keresztury de Szinerszek Joseph Kerestzuri Jószef Kereszturi
  • Born: 1739, died: 1794
  • Joseph Keresztury wurde 1739 im ungarischen Štrigova (heute eine Ortschaft im Norden Kroatiens) geboren. 1754 trat er im Alter von 15 Jahren in den Jesuitenorden ein. Sein Noviziatsjahr (von 1755-1756) brachte er in Wien zu und studierte schließlich in Györ (1757) und Graz (1758-1759). Von 1760 bis 1762 unterrichtete er Grammatik in Trnava, 1763 verschlug es ihn dann als Lehrer nach Zagreb, wo er außerdem als Pfarrer einer Kirchengemeinde tätig war. Wie wir aus einigen von Kereszturys lateinischen Gedichten erfahren können (z.B. Consilium regium Croaticum, 1767), trat er 1764 mit dem erklärten Ziel aus dem Jesuitenorden aus, ein gefeierter Dichter zu werden. Als der Ruhm allerdings auch nach Jahren der Hingabe an die Dichtkunst ausblieb, beschloss er einen etwas praktischeren und finanziell abgesicherteren Karriereweg einzuschlagen und Anwalt zu werden. Aus diesem Grund ließ er sich in Varaždin nieder, der Hauptstadt des damaligen Kroatiens, wo er eng mit dem königlichen Rat zusammenarbeitete. Dieser war 1767 von Maria Theresia und ihrem Sohn und Mitregenten Joseph II. als administrative Institution in militärischen, wirtschaftlichen und politischen Angelegenheiten Nordkroatiens gegründet worden. Die vermittelnde Rolle, die Keresztury in für den Wiener Hof zufriedenstellende Weise in vielerlei Hinsicht als Mitarbeiter des königlichen Rats einnahm, brachte ihm um das Jahr 1772 die Stelle als agens aulicus am Wiener Hof ein. Als solcher war er für die Angelegenheiten Ungarns und Siebenbürgens zuständig und schied erst mit dem Tod Josephs II. im Jahr 1790 aus diesem Aufgabenbereich aus. Politisches Engagement und Umsicht im Sinne einer funktionierenden Beziehung zwischen dem Wiener Hof und Ungarn zeigte Keresztury auch als langjähriger Herausgeber der zweimal wöchentlich in Wien in lateinischer Sprache erscheinenden Zeitung Ephemerides Vindobonenses (von 1776 bis zur Einstellung der Zeitung 1785), die sich insbesondere an die ungarische Elite richtete und politische Themen ansprach. 1785 trat Keresztury der Freimaurerloge „Zur wahren Eintracht“ bei, die von der gebildeten Elite Wiens getragen wurde und Keresztury mit zahlreichen österreichischen Aufklärergrößen bekannt machte. 1786 wurde Kerestzury von Joseph II. in den Adelsstand aufgenommen und erhielt den Namen Joseph Keresztury de Szinerszek. Nach dem Tod Josephs II. zog sich Keresztury aus der Öffentlichkeit zurück und ging zurück nach Varaždin, wo er 1794 verstarb. Eines seiner letzten Vermächtnisse ist die in den Jahren von 1790 bis 1791 verfasste Romantrilogie bestehend aus: 1) Josephus II. in campis Elysiis: Somnium Eleutherii Pannonii, 2) Leopoldus II. in campo Rákos: Visio Eleutherii Pannonii sowie 3) Eleutherii Pannonii mirabilia fata dum in metropoli Austriae famosi duo libelli Babel et Ninive in lucem venissent. Darin äußert er sich unter dem Pseudonym Eleutherius Pannonius (“der freie Ungar“) sowohl positiv als auch negativ zur Politik des Wiener Hofes von Maria Theresia bis Leopold II.

  • Works:

    Eleutherii Pannonii mirabilia fata, dum in metropoli Austriae famosi duo libelli Babel et Ninive in lucem venissent

    Josephus II. in campis Elysiis: Somnium Eleutherii Pannonii

    Leopoldus II. in campo Rákos: Visio Eleutherii Pannonii